Mit der Transsibirischen Eisenbahn zum Baikal

In diesem Jahr erfülle ich mir einen Traum - mit der Bahn zum Baikal! Die Organisation lief über ein Reisebüro, wahlweise Flug ab Moskau oder 3 Tage mit der Bahn.
Da fiel die Entscheidung nicht schwer!
Übrigens ist der Baikal nicht der Baikalsee, er ist nur
DER BAIKAL - Das heilige Meer!


Ein kurzer Bericht


30.06.2010, Mittwoch

Wecken war heute schon um 5:00 Uhr. Ein kurzes Frühstück und die Reiseausrüstung noch vervollständigt. Ich hab garantiert was vergessen!

Um 6:00 Uhr ging es dann in Richtung Berlin zum Flughafen Schönefeld. Abflug um 9:45 Uhr. Nach einem kurzen Flug Landung in Moskau um 14:25 Uhr. Schnell den Zoll und die Passkontrolle erledigt und ich Stand gegen 15:00 Uhr in Russland. Hier stand auch schon ein junger Mann mit einem Schild. “Frank Rolle” stand drauf! Kurze Begrüßung und schon ging es zum Auto. Das Zugticket hatte er nicht dabei. Das konnte noch heiter werden. Der Fahrer lieferte mich auf dem Jaroslawler Bahnhof ab, stellte aber noch den Kontakt zum Intourist - Vertreter her. Hier stellte sich dann heraus, daß unser Zug nicht wie unseren Unterlagen angegeben um 23:35 Uhr fährt, sondern schon um 21:35 Uhr. Diese Differenz war mir schon bei der Vorbereitung aufgefallen. Meine Mitreisenden sollten um 21:30 Uhr vom Hotel abgeholt werden. Noch einer kurzen Rücksprache mit Intourist machte sich der Vertreter in die Spur. Mein Gepäck konnte ich erst einmal im Intourist-Büro unterstellen. Zwischenzeitlich erkundete ich die Umgebung des Bahnhofes - Intourist trieb dann irgendwie meine Mitreisenden auf! Gegen 19:00 Uhr war unsere kleine Truppe dann komplett, Anja und Manfred trafen ein. Außentemperatur bei 33°C!

Auf dem Bahnsteig gab es ein Streitgespräch zwischen der Miliz, Gepäckträgern und Mongolen. Die Mongolen hatten eine riesige Menge an Gepäck, alles ordentlich gepackt und verklebt. Nun hatten die sich die Transportkarren der Gepäckträger geschnappt und wollten nicht zahlen. Plötzlich standen alle Gepäckträger und die Miliz gegen die Mongolen. Nach langen hin und her wurde dann doch gezahlt. Gegen 21.00 Uhr wurde der Zug bereitgestellt. Es sind immer noch 31°C! Wir haben Glück, der letzte Wagen Nr. 16 war unser und wir standen am Ende des Bahnsteiges! Da der Zug den ganzen Tag in der Sonne stand, war es im Abteil entsprechend warm. Zum Glück hatte ich noch den Schlüssel (ist mir in der Studienzeit irgendwie zugelaufen) für Türen, Fenster und WC’s. (Ich wurde zum Bekanntesten und beliebtesten Mann bei den ausländischen Besuchern des Restaurants, da die WC-Türen 30 Minuten vor und nach jedem Bahnhof geschlossen sind!) Um 21:35 Uhr ging es dann endlich los. Abteil belegen, Betten verteilen und bauen. Dabei haben wir den Jann (mit Doppel - N) aus Zürich kennengelernt. Er ist auf dem Weg nach Irkutsk, dann weiter nach Ulan-Ude, Peking und Hongkong.

Wir haben dann noch das Restaurant gesucht. Es war gleich im nächsten Wagen. Erst mal was trinken. Das Bier ist trinkbar. 4 Bier, 1 Wasser und ein Tee für ca. 350 Rbl., das sind ca. 11€.


01.07.2010, Donnerstag
Nach einer kurzen, aber ruhigen Nacht ein kurzes Frühstück im Abteil. 9:55 Uhr Halt in Kirow, wir sind genau im Plan. Einen Zwischenstopp gab es nochmals um 13:33 Uhr in Bolezino. Bei diesem Aufenthalt waren auch die ersten fliegenden Händler auf dem Bahnsteig. So konnten wir uns dann nochmals mit einigen Lebensmitteln eindecken. Achtung: auf russischen Bahnhöfen gibt es kein Abfahrtssignal in unserem Sinne - wer weit weg ist, sieht nur noch den letzten Waggon! Nach Abfahrt ging es dann erst einmal in den Speisewagen zum Essen. Für 2 Salate, ein Rindersteak, 1 Tee, 1 Wasser und 4 Bier standen 1300 Rubel auf der Rechnung (ca. 40€).

Jann jammert die ganze Zeit, seine Zahnpasta ist alle. Es gibt keine zu kaufen!

Danach ging es stundenlang durch die Taiga. Um 17:36 Uhr waren wir dann in Perm. Der übliche Ausstieg auf den Bahnsteig. Temperatur nur noch bei 15°C.

Auf dem Bahnhof wussten wir endlich, warum die Mongolen in Moskau so ein riesen Gepäck hatten. Die dort gekauften Klamotten wurden auf dem Bahnsteig bzw. aus dem Abteilfenster oder der Waggontür verkauft.

Nach der Weiterfahrt ging es nur noch durch die Taiga. Das Wetter wird wieder besser. Nur noch Sonnenschein. Gegen 23:00 Uhr, ca. 35 Km vor Ekaterienburg, überfahren wir im Ural die Grenze zwischen Europa und Asien. Nächste Station ist jetzt Ekaterienburg. Der Bahnhof hat immer noch die Leuchtschrift ”Swerdlowsk”!

Nach der Abfahrt sind wir noch mal auf ein Bier ins Restaurant, die o.g. Händler machten ein riesen Theater. Die Deschurnaja musste für Ordnung sorgen.


02.07.2010, Freitag
Sind heute schon hinter dem Ural. Die Landschaft hat sich stark geändert. Vor und im Ural dichte Nadelwälder, jetzt sehr viele kleine Tümpel, kleine Dörfer und ab und zu zwischen riesigen Grasflächen einzelne Birkenwäldchen.

11:32 Uhr wir sind in Omsk. Das übliche: raus auf den Bahnsteig, ein paar Fotos schiessen, ein paar Kleinigkeiten einkaufen und dann zurück in den Zug.

Nach Abfahrt des Zuges gingen wir in das Restaurant zum Essen. Spiegelei mit gebratenem Gemüse und Schweinefleisch. Dazu zwei Bierchen.

Nach dem Mittag waren wir auch schon in Barabinsk. Der übliche, protzige Bahnhofsbau aus der Stalinzeit. Auf dem Bahnsteig keine Verkäufer, nur einige Kioske mit Tütensuppen, Bier, Zigaretten und anderer Kleinkram. Alle Kioske im gleichen Stil mit identischen Waren und Preisen!

Auf dem Bahnhofsvorplatz warteten einige Mütterchen die Obst verkauften bzw. es gab einige Buden mit Gebäck, Wurst und endlich Piroggen. Die Piroggen mit Gemüse schmeckten gut. Dann ging es auch schon weiter. Im Zug wurden dann erst mal die Einkäufe begutachtet. Die Erdbeeren waren schon etwas matschig, die Tomaten teilweise auch. Aber was will man bei einem so schnellen Einkauf erwarten - die Mütterchen saßen bestimmt schon einige Stunden auf dem Platz.

Am Abend Novosibirsk. Gleiches Ritual: Raus auf den Bahnsteig, Nahrungssuche und ein paar Fotos schiessen. Jann ist endlich glücklich - er konnte endlich Zahnpasta kaufen. Danach rein in den Zug und weiter ging es. Noch schnell auf ein Bierchen ins Restaurant und dann ins Bett.


03.07.2010, Sonnabend
Es ist 6:33 Uhr und strahlender Sonnenschein. Wir sind in Krasnojarsk. Kurzer Stopp. Also Ungewaschen raus auf den Bahnsteig. Hier gibt es nichts! Zwei Kioske, sonst - aber nichts Besonderes auf dem Bahnsteig. Kurz nach der Abfahrt überqueren wir den Jenissei - mann ist der breit!

Jetzt ist erst einmal Zeit zum Waschen und Zähneputzen. Es ist auch Zeit für Tee und Frühstück.

Weiter geht die Fahrt durch die Weiten Sibiriens. Da der Fahrplan sich auf Moskauer Zeit bezieht und auch die Uhren auf den Bahnhöfen alle Moskauer Zeit anzeigen verliert man so langsam das Zeitgefühl. Die nächste Station ist um 11:10 Uhr Ilianskaja. Wie immer ein imposantes Bahnhofsgebäude. Der Zug war wieder länger als der Bahnsteig! Jedoch gab es dieses mal fliegende Händler.

Die Piroggen mit Quark waren sehr schmackhaft. 5 Stunden Zugfahrt später waren wir dann um 16:06 Uhr in Nishnjeudinsk. Es regnete leicht, die Temperatur liegt bei angenehmen 20°C. Auch hier hielt unser Waggon hinter dem Bahnsteigende. Nichts besonderes bei diesem Stopp. Lediglich ein Einheimischer versuchte bei den Mongolen etwas zu kaufen und wurde sofort von der ganzen Horde umringt. Nach der Weiterfahrt dann Resteessen im Abteil, denn in ca. 7 Stunden sind wir in Irkutsk. Die Nächste Station ist dann gegen 19:41 Uhr Sima. In Sima sind wir noch mal raus aus dem Zug, einige Piroggen gegessen und schon ging es weiter. In Sima war es etwas kühler, 13°C.


04.07.2010, Sonntag (ab jetzt alle Zeiten in Ortszeit!)
Gut fünf Stunden später waren wir dann endlich in Irkutsk angekommen - Ortszeit 4:41 Uhr! Jetzt folgte der Albtraum aller Reisenden - der Ansprechpartner vor Ort, der uns vom Bahnhof abholen sollte, war nicht da. Nachdem wir ca. 45 Minuten gewartet hatten, nahmen wir uns ein Taxi und fuhren zum Hotel. Erst mal wieder 1000 Rubel weg. Zum Glück waren wir im Hotel schon angemeldet, sokonnten wir einschecken - und endlich Duschen!
Das Hotel stammt noch aus der Sowjetzeit.

Im Foyer, den Aufzügen und den Restaurants wurde bereits einiges erneuert. Die Zimmereinrichtungen scheinen noch aus der Sowjetzeit zu stammen. Die einzige Neuerung ist der Fernseher von Panasonic.

Um 7:00 Uhr geht es dann gleich weiter. Wir wollen noch schnell frühstücken und dann in die Stadt. Nach dem Frühstück haben wir dann noch schnell den Treff mit der Reiseleitung geklärt und sind dann schnell auf eine erste Exkursion in die Stadt.

Nach gut 2,5 Stunden hatte wir die nähere Umgebung des Hotels erkundet. Im Hotel trafen wir auf auf die nächsten vier Reisenden. Nun fehlen nur noch drei. Die sollen in der nächsten Stunde eintreffen. Dann geht es mit dem Bus auf Stadtrundfahrt. Bis dahin erst einmal Ruhe!

Um 14:00 Uhr ging es los. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt wurden im Vorbeifahren besichtigt. Es waren einige Gebäude, teilweise aus der Gründungszeit der Stadt, der zentrale Markt und einige Kirchen. Mehr hat Irkutsk auf die schnelle leider nicht zu bieten. Als wir im Hotel zurück waren, lief gerade die Wiederholung des Spieles Deutschland - Argentinien. Also Bier holen, Hinsetzen und gemeinsam mit den Russen das Spiel angesehen. Alle wussten natürlich wie es ausgeht. Danach ging es zu Essen in den Pub und dann ins Bett. Endlich mal richtig Schlafen!


05.07,2010, Montag
Nach dem Frühstück gab es gegen 8:30 Uhr die erste Überraschung. Als ich ins Zimmer wollte, lies sich das elektronische Türschloß nicht mehr öffnen. Eine Nachfrage bei der Deschurnaja ergab, dass die Zimmer nur bis 8:00 Uhr für uns gebucht sind! Nach einer kurzen Diskussion gab es dann eine Gnadenfrist bis 9:45 Uhr. Um 10:00 Uhr war dann Abfahrt in Richtung Utulik am Baikal. Nach zwei Zwischenstopps kamen wir dann im Camp an. Die Unterkünfte hier im Camp sind ca. 200 m vom Baikal entfernt und bestehen aus Bungalows. Diese wiederum Bestehen aus je vier Wohneinheiten mit jeweils zwei Zimmern und einer Dusche/WC. Die Zimmer sind einem Campingplatz entsprechend ausgestattet: Bett, Schrank, Tisch und Stuhl. Nach Besichtigung der Zimmer ging es gleich zum Mittagessen. Auf dem Weg dorthin trafen wir auf eine Gruppe von 8 Campern aus Deutschland die mit Ihren Wohnmobilen auf dem Weg in die Mongolei waren. Das Essen ist hier O.K. Es gab auch gleich Omul, eine Fischart die es nur im Baikal gibt. Anschließend sind wir ins Dorf gegangen. Hier sieht es aus, wie man sich Sibirien vorstellt: Holzhäuser mit Gemüsegärten, riesige Holzstapel für den langen Winter. Dazwischen alte, verlassene Holzhäuser aber auch einige neue Häuschen. Nach ca. 2 Stunden war unserem Rundgang beendet. Zurück im Camp beschlossen wir zu Baden. Das war eine tolle Idee! Im Uferbereich war das Wasser angenehm warm. Bereits im knietiefen Bereich war es ”schweinekalt”. Wie Kalt, das Bild sagt genug. Wir schätzen die Temperatur auf max. 10°C (es sollen 6°C gewesen sein).

Nach kurzer Zeit hatte man kein Gefühl mehr in den Füßen. Nachdem wir uns aufgewärmt hatten ging es zurück ins Camp und zum Abendessen. Dieses bestand aus einem Salat, einem warmen Hauptgericht mit Fleisch. Dazu gab es den typischen russischen Tee - schön süß! Den Rest des Abends verbrachten wir bei zwei Bierchen und werteten den Tag aus.


06.07.2010, Dienstag
Zum Frühstück endlich wieder mal Kascha, eine Art süßer Brei, schmeckt wie Milchreis. Da gab es einige lange Gesichter. Die ersten Reisenden verzichteten auf diesen ersten Gang. Dazu gab es dann noch Brot und Wurst und den typische russischen Milchkaffee. Sehr viel Milch und Zucker! Derart gestärkt machten wir uns auf die lange Fahrt in die burjatische Schweiz, nach Arschan. Die Fahrt dorthin zeigte eine abwechslungsreiche Landschaft. Links und rechts der Straße kleine Dörfer und freilaufende Kühe. Am Horizont zu einer Seite eine Hügellandschaft wie im Vorharz. Auf der anderen Straßenseite steile Berge, wie in den Alpen. In Arschan angekommen machten wir uns auf den Weg um die Heilquellen zu besuchen. Danach ging es weiten zum einem Wasserfall. Der Weg war anspruchsvoll, teilweise über steile Wege und Holztreppen. Die Sonne tat zudem ihr bestes. Wir kamen ins Schwitzen.

Nach dieser Wanderung ging es zum Essen ein eine Stolowaja, eine Art Cafe. Die Stolowaja (hier mit Bedienung!) ist auch nicht mehr das, was sie früher einmal war. Die hat sich gewaltig, zum positiven, verändert. Nach dem Essen haben wir noch einen kleinen burjatischen Gebetsplatz (wie soll man es anders bezeichnen ?) besichtigt. Danach fuhren wir in ein Heilbad mit Thermalquellen. Hier wollen wir eigentlich baden. Es war geschlossen wegen “Spezialmaßnahme”! Das gab es auch früher schon! Nach langen Verhandlungen konnten doch noch einige Teilnehmer baden gehen. Nachdem ich einen Blick auf das Wasser geworfen hatte, verzichtete ich. Nichts für einen Schwimmer. Die badenden berichteten von Wassertemperaturen von ca. 40 - 50°C. Für Außentemperaturen von schätzungsweise 26°C konnte ich mir das nicht als Erfrischung oder sonstiges vorstellen. Anschließend machten wir uns auf die Rückfahrt. Gegen 20:45 Uhr waren wir im Camp. Schnell noch das Abendessen. Salat, Borscht und danach was süßes. Dann noch zusammensitzen bei einem landestypischen Getränk (Wodka). Gegen 22:30 Uhr war dann Schluß. Die Jugend machte noch lange Disco. Es war laut und deutlich zu hören.


07.07.2010, Mittwoch
Bin um 6:30 Uhr aufgewacht. Die Güterzüge rattern pausenlos in der Nähe des Camps vorbei. Bin dann gleich ins Bad. Kein warmes Wasser zum Duschen. Das Duschwasser muß direkt aus dem Baikal kommen! Ich war sofort Wach! Nach einem kurzen Frühstück fuhren wir zum Bahnhof von Sljudjanka. Dieser ist als einzige Bahnhof weltweit aus weißem Marmor. Sieht von weitem aber wie Sandstein aus.

Gegen 11:00 Uhr fuhr dann unser Bummelzug nach Baikalsk. Es war ein wirklicher Bummelzug, gemacht für die Touristen. Die Fahrt führte auf der historischen Strecke direkt am Baikalufer entlang. Der Baikal war stellenweise nicht einmal 10 m entfernt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit für die ganze Strecke lag lt. Angaben der Zugbegleiter bei ca. 15 km/h. Zwischendurch gab es 5 Stopps um die alten Tunnel und anderen Bauten zu besichtigen. Der vorletzte Stopp war sogar 90 Minuten lang und lag in einer Bucht.

Die einheimischen hatten Badesachen dabei und gingen Baden, wir besichtigten das Dorf.

Gegen 19:00 Uhr erreichten wir die Endstation Baikalsk, von hieraus ging es per Fähre nach Port Baikal, auf die anderen Seite der Angara. Hier wurden wir bereits von unserer Gastgeberin der nächsten zwei Tage erwartet. Es ging weiter nach Listjanka, in eine einfache Unterkunft aus Holzhäusern. Von wegen einfache Holzunterkunft. Es sind richtig gemütliche Zimmer. Nach einen Abendessen um ca. 22:00 Uhr war dann gegen 23:00 Uhr Schluß.


08.07.2010, Donnerstag
Die Nacht war kurz. Wecken war um 3:20 Uhr, um 3:30 Uhr war Anstoß zum Halbfinale Deutschland - Spanien. Das Ergebnis ist bekannt. Danach noch mal kurz ins Bett. Um 9:00 Uhr Frühstück. 9:30 Abfahrt nach Talzin, ein Freilichtmuseum in dem die alten Häuser von Russischen, Burjaten und Kosaken zusammengetragen und vor dem Verfall bewahrt werden. Diese Ausstellung war sehr interessant um einmal zu erfahren, wie eng und unter welchen Bedingungen man früher lebte. Danach ging es zum höchsten Aussichtspunkt hoch über Listjanka. Es war ein Toller Blick über die Angara und den Baikal. weiter ging es dann zum Markt. Hier machten wir endlich Mittag€. Es war bereits 16:00 Uhr. Es gab geräucherten Omul (dazu Brot und ein Bier). Eine Delikatesse. Diesen Fisch gibt es nur hier im Baikal.

Zu Fuß ging es dann durch die Ortschaft ins Quartier zurück. Nach dem Abendessen wurde dann noch der Plan für den kommenden Tag gemacht. Hierbei gab es wieder kleine Unstimmigkeiten. In unserer Reisebeschreibung stand noch ein weiterer Tag in Listjanka. Laut der russischen Agentur sollen wir jedoch schon morgen auf die Insel Olchon fahren. Also fahren wir am Vormittag auf die Insel im Baikal.


09.07.2010, Freitag
Heute Früh ging es mit dem Kleinbus zurück nach Irkutsk. In der Nähe vom Markt stiegen wir in einen anderen Kleinbus, mit Ziel Chuschir, um. Punkt 11:00 Uhr ging es los. Nach einen kurzen Zwischenstopp fuhren wir um 14:00 Uhr mit der Fähre auf die Insel Olchon. Die Fähre ist O.K. - Zwei Rampen, eine am Bug, die Andere am Heck. Interessant war nur die Nutzung. Die Auffahrt auf die Fähre erfolgte über die Bugrampe. Das Verlassen der Fähre auch. Alle Fahrzeuge, auch die Busse mussten rückwärts von der Fähre. Bei genauer Ansicht der Heckrampe konnte man Feststellen, daß diese noch nie benutzt worden war. Gegen 15:30 Uhr waren wird dann nach einer scheinbar endlosen Fahrt über Schotterpisten in unserem Quartier. Ein einfacher, zweigeschossiger Holzbau auf dem Grundstück einer Familie. Die Zimmer sind O.K.! Ich hab ein Doppelzimmer für mich. Für die anderen ist nur das Außen-WC (Plumps-Klo) etwas gewöhnungsbedürftig. Es gibt auch kein fließendes Wasser. Waschen und Duschen in der Banja - Klasse! Sonderklasse ist das Essen. Zu Mittag gab es u.a. Ucha (Fischsuppe) vom Omul, gebackenen Omul mit Kartoffeln und Kuchen zum Nachtisch. Köstlich! Wir haben hier sozusagen Familienanschluß. Auf jeden Fall besser als in dem großen Camp im Ort. Wir haben dann gleich den ersten Ausflug zum Schamanenfelsen unternommen.

Eine geniale Aussicht in einer genialen Landschaft. Leider verschandeln die Russen die ganze Gegend mit ihrem Müll. Zum Abendessen gab Plow, geräucherten Omul u.a. Köstlichkeiten. Gegen 21:00 Uhr ging es dann in die Banja. Danach noch den Plan für Morgen gemacht. Dann ab ins Bett.


10.07.2010, Sonnabend
Nach dem Frühstück machten wir eine Wanderung zum Nachbardorf. Dabei ging es nur über Waldwege. Man konnte denken, wir sind in Brandenburg oder an der Ostsee. Nur Kiefernwald und Sandboden. Ganz abgesehen davon, daß die Russen überall ihren Müll rumliegen lassen. Nach gut vier Stunden waren wir dann pünktlich zum Mittagessen zurück. Am Abend wollen wir dann mit einem Schiff zu den Robbeninseln fahren. In der Zeit bis dahin besuchen wir einen neuen Souvenirladen in einer Jurte. Doch leider steht schon an der Eingangstür ein Schild “Geschlossen”. Nach mehrmaligen klopfen können wir doch hinein und erfahren: Eröffnung ist morgen. Auch gut! Nach unserer Rückkehr geht es dann zum Schiff. Es trägt den Namen “Diamant”. Um 19:00 Uhr geht es los.
Nach einer Stunde gibt es Abendessen, wie immer hier am Baikal - Omul! Kurze Zeit später dann ein phantastischer Sonnenuntergang auf dem Baikal.

Da es auf Deck sehr schnell kalt wurde, zogen wir uns in den Aufenthaltsraum zurück. Hier saßen auch schon einige andere Gäste. Nachdem deren Wodkflasche leer war, holten wir auch unsere Flasche raus. Kurz vor Mitternacht kam dann die Meldung vom aufziehenden Unwetter bei den Robbeninseln. Der Kapitän änderte das Programm. Wir fuhren nun nicht mehr zu den Robbeninseln, sondern rings um die Insel Olchon. Auch nicht schlecht. Kurz darauf war Nachtruhe.


11.07.2010, Sonntag
Nachtruhe bis 8:30 Uhr, danach Frühstück. Wir hatten über Nacht geankert. Nun ging es weiter um die Insel Olchon herum. Um die Mittagszeit machten wir an einer Insel halt. Auf dieser Insel hatten die Schamanen eine Stupa für den Weltfrieden errichtet. Rings um die Stupa lag wieder eine Menge Kleingeld herum (soll Glück bringen). Bei all den Heiligtümern und dem herumliegenden Kleingeld müsste dieses hier im Lande langsam knapp werden.

Nach der Besichtigung der Insel gab es Mittag an Bord und die Weiterfahrt zum Hafen von Chuchir.

Hier angekommen machten wir uns auf den Weg zum Souvenirladen. Heute war offen. Aber alles nur minderwertiges Zeug. Selbst bei den T-Shirts waren die Farben verlaufen. Die Preise waren sehr hoch (Kein Wunder, ist es doch der erste und einzige Souvenir-Laden im Ort). Noch schnell ein Bierchen im Laden gegenüber (nur wegen der Kronenkorken für Walli), dann ab zum Abendessen. Nach dem Essen Beratung über das Programm vom nächsten Tag. Der Abschluß des Tages war erneut der Besuch der Banja!


12.07.2010, Montag

Frühstück um 9.00 Uhr. Ich hatte am Vortag rumgemeckert, dass es überall Piroggen mit Fleisch, mit Kohl, mit Reis aber nicht mit süßem Quark gibt. Prompt steht heute ein Kuchenblech mit Piroggen, gefüllt mit süßem Quark auf dem Tisch. Köstlich! Um 10:00 Uhr dann Abfahrt des Busses. Es geht zu Kap Choboi. Eine lange und vor allem staubige Tour. Die Fahrt führte nur über Pisten. Dafür war die Landschaft sehr abwechslungsreich, mal Steppe, mal Wüste, dann wieder Wald. Auf der Fahrt machen wir des öfteren Stopps in kleinen Dörfern und Souvenirständen. Am Kap selbst eine schöne Aussicht bis hinüber zum Festland und der Halbinsel ”Heilige Nase” (Das Kap heißt wirklich so!) Vor der Rückfahrt machen wir dann an einem Waldstück Mittag. Unser Fahrer kocht Ucha (Fischsuppe) auf dem offenen Feuer. Es schmeckte vorzüglich. Gut gesättigt machten wir uns auf die Rückreise. Diese war ebenso staubig. Wir wurden ganz schön geschüttelt. Nach der Ankunft im Quartier um 17:15 Uhr war erst einmal Knochensortieren angesagt. Kurz waschen und dann zum Abendessen.


13.07.2010, Dienstag
Nach dem Frühstück ging es quer über die Insel zur Ostküste. Quer durch den Wald, nur Buckelpiste. Auf der anderen Seite der Insel angekommen - nur Wasser, Steppe und Kieselstrand. Zu Mittag wieder Ucha. Dann Rückfahrt. Stopp an einem Schlammsee - Baden. Der Schlamm und das Wasser rochen stark nach Schwefelwasserstoff - sich damit einzureiben soll schön machen und gegen einige Krankheiten helfen. Ich fühlte mich in diesem Moment sehr hübsch und sehr gesund. Also unternahmen wir eine Wanderung um den See. Nach ca. 45 Minuten ging es weiter über Stock und Stein. Nächster Halt war ein Badestrand am Baikal. Hier war eine kleine Bucht, durch einen Damm abgetrennt. Das Wasser war warm, geschätzte 28°C. Also nichts wie rein. Auf der anderen Dammseite der Baikal kurz rein, untertauchen, einige Schwimmzüge und sofort raus. Es war saukalt! Da der Baikal im Hochsommer höchstens 12°C hat, waren es garantiert weniger als 10°C. Danach ging es zum Kaffee ins Dorf zurück. Danach war Banja angesagt. Zum Abend gab es Borschtsch, gefüllte Tomaten, Omul und gefüllten SIG (Fisch). Derart gesättigt machten wir noch einmal eine Abschiedsrunde durch das Dorf, nahmen zum Abschied noch das eine oder andere Bier.

Gegen 23:00 Uhr war dann der Tag beendet. Diesen Tag auf der Insel hätte man einsparen sollen!


14.07.2010, Mittwoch
Es hat die ganze Nacht geregnet. Schönes Wetter sagt unsere Wirtin! Es ist erst der Zweite oder Dritte Regen in diesem Jahr. Wir haben es die letzten Tage zu spüren bekommen. Es war staubig und knochentrocken. Man hätte hier einen Western drehen können. Nach dem Frühstück war Packen angesagt. 10:45 Uhr Abfahrt vom Camp. Den ganzen Tag sind wir auf der Straße. Erst auf den schlammigen und rutschigen Pisten von Olchon. Befestigte Straßen sind hier unbekannt. Dann mit er Fähre rüber auf das Festland. Anfangs ging es weiter über Pisten, dann aber gab es Asphalt. Der Fahrer gab ganz schön Gas. Wir sahen uns einige Male bereits im Graben liegen. Gegen 17:00 Uhr waren wir dann erlöst. Einchecken im Hotel. Dieses mal waren die Zimmer etwas besser als bei der Anreise. Das Bad war schon modernisiert. Jedoch gibt es nur eine Wanne mit Dusche. Diese Dusche ist jedoch nicht für Menschen über 1,80 m gedacht. Beim Duschen hebt man die Deckenplatten mit dem Kopf an! Nach dem Duschen gab es Abendessen. Salat, Fisch im Teigmantel und danach Eis. Nach dem Essen machten wir uns auf die Suche nach einer gemütlichen Kneipe. Die erste wollte 200 Rbl. (ca. 5€) für die Flasche. Dann fanden wir gleich am Hotel eine kleine Bar mit Faßbier. Sogar die Gläser kamen aus dem Kühlschrank. Hier bekamen wir ein lecker Bier für 70 Rbl. (ca. 1,70€).


15.07.2010, Donnerstag
Letzter Tag in Irkutsk. Am Vormittag haben wir noch das Museum der Dekabristen besichtigt. Dann ging es in ein Business Hotel zum Essen. Nettes, kleines Restaurant, toller Service und auch die sanitären Anlagen vom Feinsten. Ein 3 Gänge-Essen mit Getränk für 260 Rbl. Besser geht es nicht. Wir wollten noch einige Souvenirs kaufen, aber es gab nur billigen Tand. Vielleicht gibt es auf dem Flugplatz noch etwas. Alles in allem hätte man sich auch diesen Tag sparen können. Ein Tag im anderen Camp, wie laut Reiseplanung vorgesehen, hatte mehr gebracht.

Am Abend waren wir zu Zoya, unserer Reiseleiterin, nach Hause eingeladen. Es gibt Pelmeni zum Abschied. Es wird ein kurzer Abschied. Die Nacht ist für uns um 4:00 Uhr zu Ende. Um 5:00 Uhr müssen wir am Flugplatz sein.


16.07.2010,

Abreisetag. Wecken um 4:00 Uhr. Bus zum Flugplatz. Abflug um 7:00 Uhr nach Moskau. Ankunft nach 6 Stunden Flug um 8:05 Uhr. Hier endlose Warteschlagen bei der Einreisekontrolle. Von 10 Schaltern sind 2 geöffnet. Beim Einchecken in den Flieger nach Berlin das gleiche Bild. Lange Warteschlagen an den wenigen geöffneten Schaltern zur Passkontrolle. Um 11:00 Uhr sitzen wir nun endlich im Wartebereich für unseren Flug! Kurzer Flug bis Berlin, dann schnell nach Hause. Gegen 15:45 Uhr war die Reise dann beendet.